Sie können sie nicht sehen, aber Sie können sie spüren.
Wenn Sie mit einer verstopften Nase oder juckenden Augen aufwachen, reagieren Sie wahrscheinlich auf ein Lebewesen, das für das bloße Auge unsichtbar ist. Die Hausstaubmilbe (Dermatophagoides pteronyssinus) ist mikroskopisch klein, durchsichtig und lebt in Kolonien von Millionen in Ihrem Kopfkissen.
Da sie unsichtbar sind, denken die meisten Menschen, ihr Bett sei „sauber“.
Um Ihnen die Realität zu zeigen, haben wir eine visuelle Tour mittels Rasterelektronenmikroskopie (REM) zusammengestellt. Diese Bilder entfernen den Unsichtbarkeitsmantel und enthüllen das wahre Gesicht des Feindes, der neben Ihnen schläft.
Exponat A: Das Gesicht des Feindes
Hausstaubmilben sind keine Insekten; sie sind Spinnentiere, Verwandte der Spinne und der Zecke. Unter einem Mikroskop werden ihre außerirdisch anmutenden Merkmale unbestreitbar.
1. Das „Alien“-Porträt
Das ist es, was Sie anstarrt, während Sie schlafen. Beachten Sie den durchsichtigen, schalenartigen Körper. Da sie keine Augen haben, navigieren sie in Ihrem Bettzeug mithilfe von Sinneshaaren (Setae) an ihren Beinen und am Körper.

2. Die Größe: Wie klein sind sie?
Warum können Sie sie nicht sehen? Eine Hausstaubmilbe ist nur 0,2 bis 0,3 Millimeter lang. Um dies zu veranschaulichen, sehen Sie hier eine einzelne Milbe neben einem menschlichen Haar und einem Sandkorn. Sie könnten 50 davon auf einen Stecknadelkopf passen.


3. Der „Vampir“-Mythos (Die Mundwerkzeuge)
Ein häufiger Mythos ist, dass Hausstaubmilben beißen. Das tun sie nicht. Wie Sie in dieser extremen Nahaufnahme des Gnathosoma (Mund) sehen können, haben sie keine Fangzähne zum Durchstechen der Haut. Sie haben Zangen, die zum Kauen gedacht sind. Sie sind Aasfresser, keine Raubtiere. Sie wollen nicht Ihr Blut; sie wollen Ihre abgestorbene Haut.

Exponat B: Der Lebensraum (Ihr Bett)
Wo leben sie? Sie leben nicht auf Ihren Laken; sie leben in ihnen.
4. Die Baumwollhöhle
Dieses Bild erklärt, warum Standard-Baumwolllaken Sie nicht schützen. Für eine Hausstaubmilbe sieht das Gewebe eines Lakens mit hoher Fadenzahl wie ein riesiges Netz mit riesigen Löchern aus. Sie kriechen mühelos durch diese Lücken, um sich in der darunter liegenden Matratze einzunisten.

5. Das Festmahl (Abgestorbene Haut)
Warum sind sie in Ihrem Bett? Weil dort das Essen ist. Wir verlieren etwa 1,5 Gramm Haut pro Tag – genug, um eine Million Hausstaubmilben zu ernähren. Hier ist eine Milbe, die ein „Abendessen“ verzehrt, das Sie zurückgelassen haben.

6. Die tiefe Matratzenkolonie
Wenn Sie denken, dass das Staubsaugen Ihres Bettes hilft, schauen Sie sich das an. Milben bleiben nicht an der Oberfläche. Sie graben sich tief in die Schaumstoffschichten Ihrer Matratze, um dem Licht zu entkommen und Feuchtigkeit zu finden. Ein Staubsauger reinigt nur den obersten Millimeter; die Kolonie ist mehrere Zentimeter tief.

Exponat C: Die Armee (Fortpflanzung)
Eine weibliche Hausstaubmilbe legt in ihrem kurzen Leben bis zu 100 Eier. Deshalb explodieren die Populationen so schnell.
7. Die Eieransammlung
Hausstaubmilbeneier sind mit einer klebrigen Substanz überzogen, die sie an Ihre Matratzenfasern klebt. Dies verhindert, dass sie abgeschüttelt oder leicht abgesaugt werden können.

8. Das Kinderzimmer (Larven)
Wenn sie schlüpfen, sind sie nicht vollständig ausgebildet. Dieses Bild zeigt eine sechsbeinige „Larve“ (Baby) neben einem achtbeinigen Erwachsenen. Sie wachsen schnell, häuten sich mehrmals – und diese abgestoßene Haut trägt zum Staub in Ihrem Zimmer bei.

9. Das Paar
Wenn Ihr Zimmer warm und feucht ist (über 50% Luftfeuchtigkeit), vermehren sie sich ständig. Dieses Bild zeigt ein Paar bei der Paarung, eine Erinnerung daran, dass die Kolonie ständig wächst, wenn Sie nicht eingreifen.

10. Der „Geist“ (abgestoßene Haut)
Wenn die Larven zu Erwachsenen heranwachsen, müssen sie ihre harten Außenschalen abwerfen – ein Prozess, der Häutung genannt wird. Dies tun sie mehrmals während ihres Lebenszyklus. Dieses Bild zeigt ein weggeworfenes Exoskelett. Diese leeren „Geister“-Schalen sind leicht und werden leicht zu luftgetragenem Staub, den Sie im Schlaf einatmen.

Exponat D: Die Abwehr
Warum sind sie so schwer loszuwerden?
11. Der Griff (Ansicht von unten)
Dies ist das frustrierendste Bild für jeden, der versucht, seine eigene Matratze zu reinigen. Schauen Sie sich die Beine an. Jedes Bein ist mit einem Saugnapf (Empodium) und Haken ausgestattet. Sie haken sich wie Klettverschluss an Fasern fest.
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